Katze

Darmstädter Echo vom 20. April 2007

„Das ist Musik für Leib und Seele“

Jubiläum: die Roßdörfer Akkordeongruppe „Q Q Chá Chas“ gibt es seit zehn Jahren – 23 Musiker schätzen die Geselligkeit

Probe Q Q Chá Chas

ROSSDORF. „Jetzt werden die Instrumente angezogen!“, ruft der Hobbymusiker Heinz Reitzel zur Probe und schlüpft mit den Armen in die Tragegurte. Ein spitzer Pfiff, ein durchdringend helles Kieksen - das Akkordeon atmet asthmatisch, bevor es in die Tonlagen hüpft und die Klänge aus seinen Falten purzeln. Gesellig geht es zu bei den Proben der „Q Q Chá Chas“. Die pfiffig musizierende Untergruppe des Akkordeon-Orchesters-Roßdorf gibt es seit zehn Jahren. Zum Jubiläum fuhren die 23 Musiker kürzlich zum Ausflug in die Rhön. Immer Freitags wird geprobt, danach geht es in die Kneipe und gerne werden Feste gefeiert. Gespielt werden Lieder aus Pop und Volksmusik, populäre Lieder und Marschmusik. Nach einem Aufruf im ECHO kamen die Musiker 1997 erstmals zusammen. „Über 20 Interessierte aus Roßdorf und dem gesamten Kreisgebiet sind damals gekommen“, erinnert sich der musikalischen Leiter Peter Löw. Gemeinsam mit der damaligen Vorsitzenden Christel Lang, hatte er zu dem Treffen eingeladen. Lang heißt inzwischen Sprößler und ist Bürgermeisterin von Roßdorf.

Seit neun Jahren ist Heinz Reitzel, Autohändler aus Groß-Zimmern, mit von der Partie: „Eine Kundin hat mich geworben“, erzählt er. Am Anfang übte er mit dem alten Akkordeon seines Vaters. Inzwischen spielt er die erste Stimme und hat zwei neue Instrumente angeschafft. „Das Akkordeon ist wie eine Frau. Man kann immer damit spielen“, scherzt Reitzel und stimmt ein Lieblingslied an: „Aber dich gibts nur einmal für mich!“. „Wir haben viel Spaß und das macht natürlich auch gute Laune“, kommentiert Löw lächelnd und Anette Ganß bestätigt: „Das ist Musik für Leib und Seele. Die Probeabende sind Balsam für die Psyche“. Reitzel schwärmt regelrecht von dem kräftigen Zusammenklang von 20 Akkordeons, zwei Bässen und einem Elektronium.

„Ramtamta-jatadi!“, summt Peter Löw den „Colonel Bogey“-Marsch und klopft heftig mit dem Taktsock auf den Notenständer. Euphorisch dirigiert er die „Q Q Chá Chas“. „Das Akkordeon hat den Vorteil, dass man es überall hin mitnehmen kann und es klingt immer gut, allein und im Orchester“, erklärt der Dirigent.

„Mein Vater hatte eine alte Zieharmonika und als Kind wollte ich immer darauf spielen. Mit dem Unterricht ist es aber nie etwas geworden“, erinnert sich Ganß. Gemeinsam mit zwei Sportfreundinnen ist sie der Gruppe seit zehn Jahren treu geblieben. „Akkordeonspielen ist gar nicht so schwer. Am Anfang habe ich viel geübt und zusätzlich Privatunterricht genommen“, berichtet Ganß. Ähnlich wie ihr geht es den meisten der 30 bis Mitte 60 Jahre alten Hobbymusiker: die berufliche Karriere ist gesichert, die Kinder sind aus dem Gröbsten heraus und man hat endlich Zeit, sich wieder seinem Hobby zu widmen.

„Viel Spaß bereitete am Anfang die Körper-Percussion“, erinnert sich Löw, wie er mit lustigen Übungen auf dem eigenen Körper trommelte um das Rhythmusgefühl zu trainieren. Schon im Gründungsjahr spielte die Gruppe bereits ihr erstes Konzert in der Rehberghalle. Mit zunehmend anspruchsvolleren Stücken gestalten die Q Q Chá Chas seitdem die jährliche Musikveranstaltung gemeinsam mit dem Ersten- und dem Jugendorchesters des Vereins.

Begeistert lauscht Adam Majer der Probe. Diesmal ist der Ueberauer noch als Gasthörer dabei, aber für ihn steht jetzt schon fest: „Ich will mitmachen“.

Die Gruppe freut sich über interessierte Musiker. Wer mitspielen möchte, kann freitags um 19.30 Uhr in die Zahlwaldhalle (linker Pavillon) in Roßdorf zur Probe kommen.

Gudrun Fritsch
Darmstädter Echo, 2007-04-20