Katze

Zuständig für die tiefen Töne

Klüber

Den Landesehrenbrief erhielt Marianne Klüber vom Akkordeonorchester.

FOTO: KARL-HEINZ BÄRTL

ROSSDORF (dop). Bereits mit zehn Jahren spielte Marianne Klüber auf der Handharmonika, wechselte später zum Bassakkordeon. Jetzt zeichnete sie Landrat Klaus Peter Schellhaas mit dem Landesehrenbrief für ihre Verdienste im Akkordeon-Orchester Roßdorf 1938 aus.

Schon in Kindertagen versuchte sich Marianne Klüber auf der alten Handharmonika im Hause ihrer Familie. Mit zehn Jahren war ihre Faszination für das Tasteninstrument so groß, dass sie dem damaligen Handharmonikaclub beitrat und dem Instrument die ersten Töne entlockte. Als einige Jahre später die Entwicklung im Verein immer mehr zum Akkordeon tendierte, schockte sie ihre Mutter mit dem Wunsch, ein eigenes Schifferklavier zu wollen.

Instrument zu teuer für die Familie

Die Anschaffung des teuren Instruments hätte sich die Familie nicht leisten können. Die rettende Idee hatte damals ihr Akkordeonlehrer. Er bot ihr an, auf dem vereinseigenen Bassakkordeon zu spielen. Gesagt, getan bis heute ist sie im Ersten sowie Schüler- und Jugendorchester für die tiefen Töne zuständig.
Seit vielen Jahren ist der Donnerstagabend für das Akkordeon reserviert. „Fällt der wöchentliche Termin mal aus, laufe ich durch die Wohnung wie Falschgeld“, meint Klüber. Auch trifft sie sich öfters mit vier Freunden zum Handharmonikaspiel. Dabei ist es vor allem der Wunsch, selbst Musik machen zu können, der die Roßdorferin anspornt. „Selbst wenn ich manchmal keine Lust zum wöchentlichen Üben habe, kommt die Freude am Musizieren immer beim Spielen selbst“, sagt Klüber.
Dabei ist ihr Musikgeschmack breit gefächert, sie liebt sowohl volkstümliche Lieder wie Musicals. So hat sie viele Lieblingssongs unter denen ihr besonders „La Storia“ von Jacob de Haan und ein Medley aus dem Musical „König der Löwen“ am besten gefällt. Auch die Entwicklung im Verein zu mehr aktuelleren Liedern hat sie immer unterstützt. Das Akkordeon-Orchester Roßdorf 1938 spielt seit 20 Jahren moderne, unterhaltsame und anspruchsvolle Stücke.
Jetzt überreichte ihr Landrat Klaus Peter Schellhaas beim Jahreskonzert des Vereins den Landesehrenbrief für ihre Verdienste während ihrer 60-jährigen Vereinsmitgliedschaft. Bis 1985 arbeitete sie aktiv über viele Jahre im Vorstand mit und übernahm 1993 die Geschäftsführung.
„Sie führt die Kinder und Jugendlichen ans Akkordeon heran, fungiert als Bindeglied zwischen Jugend und Erwachsenen“, führt Schellhaas an.

Darmstädter Echo, 16. November 2015