Katze

100 Musiker auf der Bühne

Konzert

Das Akkordeon-Orchester beim Konzert in der voll besetzten Rehberghalle in Roßdorf.

Foto: Karl-Heinz Bärtl

KONZERT Akkordeon-Orchester zeigt in der Rehberghalle ein abwechslungsreiches Programm

ROSSDORF. Das Lied „Phantom der Oper“ aus dem gleichnamigen Musical von Andrew Lloyd Weber boten Anna Rühl und Benedikt Vogel als „Christine“ und das „Phantom“ mit ausdrucksvollen Stimmen dar. Begleitet wurde das Duett von insgesamt 36 Musikern des ersten Orchesters, die Peter Löw dirigierte. Arrangiert wurde der Song von Benedikt Vogel. Dies war nur einer der Höhepunkte des Jahreskonzerts „Samstag Nacht“ des Akkordeon-Orchesters 1938 Roßdorf in der voll besetzten Rehberghalle.

Solokünstlerin zeigt ihr Können

„Swing with Robbie Williams“ hieß es beim nächsten „Leckerbissen“, den das erste Orchester spielte. „,Swing When You’re Winning‘ war das erste Album, das ein Popkünstler mit Swingmelodien aufgenommen hat. Mittlerweile gibt es eine zweite solche CD von Robbie Williams, und es war damals das vierte Solo-Album, das er 2001 herausgebracht hatte“, erläuterte Moderator Ingo Kuhnke. Zu hören waren bekannte Songs wie „Mr. Bojangels“, „Beyond the Sea“, „Straighten Up and Fly Right“ oder „Have You Met Miss Jones?“. Insgesamt spielte das erste Orchester sechs Stücke, die fast alle Peter Löw leitete.

DER ANFANG

Der Verein wurde am 5. Mai 1938 von dem damals 25-jährigen Karl Hechler aus Roßdorf als „Handharmonika-Club Roßdorf“ gegründet. Die musikalische Leitung übernahm seinerzeit Elli Hayn (Darmstadt). Organisatorischer Leiter war Karl Hechler. (tb)
Ihr Können als Solokünstlerin zeigte Anna Rühl beim Song „Let It go“ von Kirsten Anderson-Lopez und Robert Lopez - begleitet vom ersten Orchester. Auch spielte Jacqueline Dengler am Klavier einen Einzelpart des Stücks aus dem Musical „Die Eiskönigin“. Arrangiert und dirigiert wurde es von Benedikt Vogel.
Viel Applaus ernteten die Akkordeonspieler ebenso beim Medley „Ray Charles in Concert“. Gespielt wurden unter anderem Passagen aus den Songs „Georgia on My Mind“ und „I Can’t Stop Loving You“. „Er war eigentlich ein Hohepriester des Souls. Er hat Rhythm’n’blues, Country und Soul geprägt und hat in seiner Karriere sage und schreibe 90 Millionen Tonträger verkauft“, erzählte Kuhnke.
Ein Highlight der „Q Q Chá Chas“ war das kurzweilige und vielseitige Stück „Auf einem Persischen Markt“ von Albert Ketelbey. Beim Auftritt der 26 Musiker schwang Peter Löw den Dirigentenstab.
Abwechslungsreich war auch das Stück „Oregon“ von Jacob de Haan, das das Jugendorchester darbot. Dirigiert wurde es von Constanze Müller, die auch das Schülerorchester leitete, das ebenfalls mit zwei Liedern sein Können zeigte. Die 24 jungen Musiker heizten mit dem rockigen Song „Rockstars“ von Jürgen Schmieder dem Publikum gut ein.
Zusammen fast 100 Musiker überzeugten auch bei der finalen Zugabe des gut zweistündigen Konzerts mit dem Stück „The Best“. Geleitet wurde der gemeinsame Auftritt des ersten Orchesters, der „Q Q Chá Chas, des Jugend- und Schülerorchesters von Constanze Müller. Mike Chapman und Holly Knight hatten das Stück komponiert.
Noch zu erwähnen: Bei der letzten Teilnahme am weltgrößten Akkordeonfestival in Innsbruck waren alle vier Gruppen des Vereins in der mittleren Stufe mit einem „ausgezeichnet“ bewertet worden.
Das Konzert begeisterte die zahlreichen Zuschauer. „Super. Es ist von allem etwas dabei, sehr vielfältig und überhaupt nicht altmodisch“, erklärte eine junge Roßdörferin. „Es ist schön zu sehen, wie die Kinder mit Leib und Seele dabei sind“, meinte eine Frau.

Dominique Pfeiffer
Darmstädter Echo, 21. November 2017