Katze

Roßdöfer lassen die Vampire tanzen

Die Musiker des Akkordeon-Orchesters 1938 überzeugen beim Auftritt im Staatstheater



ROSSDORF. Gänsehautfeeling pur – das erzeugt das Erste Orchester beim Stück „Tanz der Vampire“ von Jim Steinmann. Benedikt Vogel, der es auch dirigiert, arrangierte das Medley speziell für Akkordeons. Das Musical basiert auf dem gleichnamigen Film von Roman Polañski von 1967. In dem Meisterwerk macht es sich Professor Abronsius zur Aufgabe, Vampire zu entlarven, deren Existenz zu beweisen und sie anschließend zu vernichten, so Stefan Krüger, der den Abend moderiert. Neben den Handzugmusikern spielen Moritz Mainusch an der Trompete, Nico Moser an der Gitarre und Henry Rehberg an den Percussions.
Das Medley ist nur eines von vielen beeindruckenden Highlights beim Jahreskonzert des Akkordeon Orchesters 1938 Roßdorf, das anlässlich des 80. Vereinsgeburtstags am Sonntagabend im Großen Saal des Staatstheaters Darmstadt das Publikum begeisterte. Heinz Breitwieser und Heinrich Emig gehören zu den Gründungsmitgliedern des Orchesters. Letzterer spielte beim einleitenden Konzert im Foyer mit. Etwas mehr als 100 Akkordeonspieler, Gäste und Solisten zeigten in vier Orchestern ein unterhaltsames und konzertantes Programm.
Ein anderer Höhepunkt war der Soundtrack der Filmserie Beverly Hills Cop „Axel F“, der von Harold Faltermeyer komponiert wurde. Er gehört zu den erfolgreichsten Instrumentalaufnahmen der Popmusik. Der deutsche Komponist spielte es mit sechs Synthesizern ein. 37 Akkordeons des ersten Orchesters überzeugten nun unter der Leitung von Peter Löw.

Konzert

Im Großen Haus des Staatstheaters Darmstadt hatte das Akkordeon-Orchester Roßdorf am Sonntagabend seinen großen Auftritt bei einem Konzert

Foto: Guido Schiek

Vielseitig bieten die Musiker beim nächsten Höhepunkt der Instrumentalfunkmelodie „Chicken“ von Jaco Pastorius dar. Der Saxofonist Pee Wee Williams schrieb das Stück, das für seine wilden Schlagzeugimprovisationen bekannt ist. Arrangiert wurde es von Benedikt Vogel. Trompeter Max Mainusch und Sabine Wesp am Saxofon begleiteten als Solisten.
Viel Applaus ernteten auch die beiden jungen Musiker Tobias Schlösser und Matthias Schnee für den Tango Nuevo „Para Dos“ von Ralf Schwarzien. Beim Bundeswettbewerb vom Akkordeon-Musik-Preis AV wurden sie beide Male mit der Wertung „hervorragend“ ausgezeichnet. „Sie sind erste Landes- und Vizebundesmeister in der Altersklasse der 14- und 15-Jährigen geworden“, sagte Krüger. Trotz eines verlängerten Stipendiums bei der Akademie für Tonkunst spielt Schlösser weiterhin in seinem Verein.
Nach Mittelamerika ging es beim nächsten temperamentvollen Stück „Danzón No.2“, das der Mexikaner Arturo Márquez komponierte. Er ist besonders bekannt für seine sinfonischen Werke, die Idiome mexikanischer Volksmusik in den Orchesterklang integrieren.
Ein Höhepunkt des Orchesters der „Q Q Chá Chas“ ist der Tango „Oblivion“ von Astor Piazzola. Die Gruppe der Wiederanfänger hat die meisten Auftritte im Jahr, beim Stück wurden sie von den Solisten Reiner Seibel und gesanglich von Dagmar Seibel-Baumgärtner unterstützt. Peter Löw dirigiert.

Dominique Pfeiffer
Darmstädter Echo, 21. November 2018